Der Schweizer Lucas Niggli (1968) ist einer der eigenständigsten und gefragtesten Schlagzeuger Europas, spielte und spielt in unzähligen zum Teil wegweisenden Formationen im Grenzbereich von Jazz, Neuer Musik, Rock und Improvisation.
Zu seinen aktuellen Formationen gehören STEAMBOAT SWITZERLAND (mit Dominik Blum und Marino Pliakas), Biondini - Godard – Niggli, KALO YELE (mit Aly Keïta), im Duo mit Charlotte Hug und mit dem Sänger Andreas Schaerer (auch im Quartet A NOVEL OF ANOMALY) sowie verschiedene Formationen von und mit dem Bassisten Barry Guy.
Uraufführungen von den Komponisten Michael Wertmüller, Olga Neuwirth, David Dramm, Helena Winkelmann, Barry Guy, Felix Profos, ua.
Seine Konzertreisen führten ihn durch die ganze Welt und an viele renommierte Festivals, von Donaueschingen bis Capetown, von Vancouver bis Lucerne Festival.
Seine musikalischen Partner sind oder waren Nils Wogram, Barry Guy, Kalle Kalima, Maya Homburger, Fred Frith, John Cale, Pierre Favre, Elliott Sharp, Matthias Loibner, Erika Stucky, Wu Wei, Flea, Xu Fengxia, Tim Berne, Paul Plimley, Melvin Gibbs, Fritz Hauser, Aly Keïta, Corinna Harfouch uvm.
Er arbeitete mit Herbert Fritsch am Schauspielhaus Hamburg in der Produktion Valentin, in versch. Musiktheater Produktionen (ua Staatsoper Hamburg, Lucerne-Festival) und als Bühnen-Solist in Olga Neuwirths Oper „Orlando“ an der Staatsoper Wien (2019).
Seine Diskographie umfasst mehr als 60 Titel, davon 20 CDs als Leader und Komponist, zumeist auf dem Label INTAKT Records. 2018 erscheint seine erste, vielbeachtete Solo Produktion ALCHEMIA GARDEN.
Er hat verschiedene Festivals kuratiert (ua. TAKTLOS Zürich 2018) und organisiert seit 2002 die Konzertreihe PAM (Platz für Andere Musik, Uster).
Er ist als Dozent für Improvisation an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) tätig.
Er hat 2014 den Kunstpreis der Stadt Uster erhalten, mit „Kieloor Entartet“ und „Steambot Switzerland“ jeweils das Stadt Zürcher „Werkjahr“ erhalten, und war mit „Steamboat Switzerland“ für den grossen Schweizer Musikpreis nominiert.
Presse-Zizate:
"Es ist von einer geradezu bestürzenden Vielfalt und Musikalität, listig gedacht und organisch gewachsen, wie es sein Titel "Alchemia Garden" nahelegt." Peter Rüedi (Weltwoche)
" Er schafft geheimnissvolle fernöstliche Atmosphären und verwandelt sie im Hand- und Fussumdrehen in hypnotisierenden Voodoozauber." ***** Steff Rohrbach (Jazz N'More).
„Da hat einer zehn grüne Finger nicht nur einen grünen Daumen“. Rigoberto Dittmann, Bad Alchemy.
„ein Schlagzeuger, gesegnet mit perkussiver Intuition und Verstand, mit Virtuosität und Umsicht“. Laurence Donohue-Greene , New York City Jazz Records.
«Niggli beschert uns dass Paradies an der Perkussion» Christoph Merki, Tages Anzeiger 28.3.2018
«Mittels Ketten, Bassbogen und diversen Schlagstöcken sorgte Lucas Niggli immer wieder für überraschende Rhythmus – und Klangwechsel und hinterliess nach dem Konzert ein vollends begeistertes Publikum«
Anzeiger Von Uster, Nathalie Guinand, 31.3.2018
«Lucas Niggli is what you might call a drummers’ drummer—his mastery of his instrument takes him well beyond its conventional boundaries, opening up new sounds through tireless experimentation, invention, and refinement.» Eric McDowell. FreeJazzCollectice, 19.6.2018
Biografie Lucas Niggli
Mit einem Trommelwirbel kam Lucas Niggli 1968 in Kamerun zur Welt. Dort verbrachte er die ersten Jahre seines Lebens, bevor er später in die Schweiz übersiedelte. Lucas lebt in Zürich. Er ist Vater von drei erwachsenen Kindern Felix, Gaudenz und Emilia.
Gleich anschliessend gibt es ein ausführliches Portrait zu lesen von Andreas Felber.
Über Lucas Niggli
„Ich bin ein Straßenköter!“ – Manche Sätze bleiben einfach im Gedächtnis haften und gehen dort um. Selbst wenn sie nur en passant hingeworfen wurden, als saloppe Zuspitzung eines Gedankens, im Grunde als augenzwinkernde Fußnote. Den „Straßenköter“ hat Lucas Niggli im Interview von der Leine gelassen. Seither ist der Hund los im Kopf des Gesprächspartners, nun Schreiber dieser Zeilen. Immer wieder taucht er hechelnd auf, will von verschiedenen Seiten betrachtet, untersucht werden im Hinblick darauf, was denn nun stimmt am Bild des vazierenden Vierbeiners für den Schweizer Schlagzeuger - und was nicht. Ein Straßenköter, das scheint einer zu sein, der sich nicht als Schoßhündchen eignet. Einer, der keine Hundeschule besucht hat, der zudem eher einzelgängerisch veranlagt ist, der nicht unbedingt einer Meute, einer Clique angehört. Einer, der nirgendwo so richtig zuhause ist und doch überall auftaucht: ein bunter Hund, wie man so sagt. Allerdings: Ein Straßenköter, das muss auch einer sein, der findig und kommunikativ genug ist, seinen Kopf über Wasser zu halten, eigene Überlebensstrategien zu entwickeln. Der seine Unabhängigkeit mitunter sogar zu genießen gelernt hat. Einer, der in sich selbst sein Zentrum findet?
Was das alles mit Lucas Niggli zu tun hat? Das kann im Grunde – wenn überhaupt – wohl nur er selbst beantworten. Während wir, die von außen Betrachtenden, uns nonchalant den Luxus eines spielerischen, hoffentlich nicht als despektierlich empfundenen Versuchs leisten, uns über einige dieser kreatürlichen Assoziationen dem Musiker in ihm anzunähern – im Bewusstsein der Gefahr, dabei mitunter in Sackgassen und auf Holzwege abzubiegen.
Undressiert
Es stimmt: In der Schule ist der Musiker Lucas Niggli kaum gewesen. Die üblichen Benimmregeln im Umgang mit der Jazztradition, das Repertoire des American Songbook, das kleine Einmaleins der Jazzpädagogik hat Niggli niemals wirklich verinnerlicht. An der Jazzschule St. Gallen hielt es ihn nur ein Semester, in Köln, Graz, Hilversum, Boston oder anderen Stätten der akademisierten Jazzausbildung ist er nie gewesen: Kreative Prokrustesbetten für einen Jungmusiker, der offenbar schon früh lieber seine eigene Spur erschnüffelte als denen anderer zu folgen. Was nicht heißt, dass Niggli ohne Input von außen geblieben ist. Niggli wählte seinen Lehrer bewusst und gezielt: Schon beim 11-Jährigen hatte einst ein Solokonzert Pierre Favres in Zürich einen tiefen Eindruck hinterlassen. Nach der Matura ersuchte der 19-jährige den 31 Jahre älteren Kollegen, selbst Autodidakt und eine der wesentlichen Triebkräfte der Emanzipation des Schlagzeugs als vielfärbiges Soloinstrument, um private Anleitung: Es war der Beginn einer fruchtbaren Meister-Schüler-Beziehung im Geiste des Eigen-Sinns, die bald in gemeinsames Musizieren einmündete, etwa in Pierre Favres Ensembles „Les tambours du temps“ und „Singing Drums“, bis hin zum Duo „The Poetry of Drums“. Niggli: „Ich habe von ihm gelernt, Fragen zu stellen. Er hat nicht Lösungen präsentiert, sondern Fragen gestellt. Das führt dazu, dass man schon früh an seinem eigenen Ding rumbastelt.“
Der Streuner
Die Frage nach dem „eigenen Ding“ war für Lucas Niggli also sehr bald virulent. In der musikalischen Praxis indessen war er einer, der stets in vielerlei Richtungen strebte: Schon für den Gymnasiasten bedeuteten die parallele Mitgliedschaft in Schul-Bigband, Schul-Chor und im Schweizer Jugend-Sinfonieorchester keinen Widerspruch. Nach der Matura erweiterte Niggli seinen Horizont durch Workshops u. a. bei Robin Schulkowsky bei den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik, er vertiefte sich in Werke von John Cage, ließ sich von Edgard Varèses „Ionisation“ elektrisieren, lauschte den Grooves von Joey Baron, Tony Williams, Jack DeJohnette, aber auch von Terry Bozzio und Thrash-Metal-Schlagzeuger Dave Lombardo, spielte afrikanisch inspirierte Party-Musik in der Band “Atcha Makossa”. Um einige dieser Erfahrungen bereits ab 1987 im freigeistigen Improvisationskollektiv „Kieloor Entartet“ auszuarbeiten: Lucas Niggli, das Kind des postmodernen Anything-Goes, der Mann, der auf vielen Hochzeiten tanzte. Und der doch nirgendwo ganz er selbst war.
„Ich habe manchmal darunter gelitten, dass ich zu begeisterungsfähig bin“: Noch so ein Satz, der sich im Gedächtnis des Fragenstellers eingenistet hat. Schon interessant: Lucas Niggli, dessen unverwechselbares musikalisches Profil heute teilweise gerade in seiner Offenheit, seiner Scheuklappenlosigkeit gründet, begegnete diesem Aspekt seiner Persönlichkeit lange Zeit mit ambivalenten Gefühlen. Denn die Frage nach dem „eigenen Ding“, nach der eigenen musikalischen Sprache, nagte am jungen Musikus. Der nicht vergaß, gleichzeitig die Fragestellung selbst (Pierre Favre muss stolz auf ihn gewesen sein!) zu relativieren: „Brauche ich eine Pseudo-Heimat?“
Ungeklärte Stammbaum-Fragen
Woher komme ich, wohin gehöre ich? Lucas Nigglis um das Thema künstlerischer Identität kreisende Gedanken berührten auch jene zu seinen musikalischen Roots. Auch hier stößt man auf interessante Unklarheiten, besser gesagt: auf manches, das Niggli für sich selbst bis heute im Unklaren belässt. Dabei ist die Geschichte scheinbar rasch erzählt: Lucas Niggli entdeckt noch im Volksschulalter die zu diesem Zeitpunkt bereits nur mehr als historischer Mythos existierenden Beatles für sich. Ringo Starr ist der Hero, der den Neunjährigen dazu veranlasst, selbst die Magie der Trommeln und Becken zu erproben. So weit, so unspektakulär.
Doch Nigglis musikalische Sozialisation umfasst noch ein Kapitel vor den Pilzköpfen: Er selbst spricht von „meinen afrikanischen Roots“ und will sich doch nicht festlegen, was es damit auf sich hat. Ein Blick in die Biografie hilft weiter: Kamerun findet sich dort als Geburtsort verzeichnet, nähere Angaben fehlen. Tatsächlich erblickte Lucas anno 1968 im Nordwesten Kameruns, unweit der Grenze zu Nigeria, das Licht der Welt, wo seine Eltern für die Entwicklungshilfe tätig waren. Die ersten sieben Jahre seines Lebens sog er die Farben, Gerüche, Stimmen und Klänge Afrikas auf. Er wuchs in einem Haus auf, in dem Schlitztrommeln, Balafone, Mbiras und Rasseln zum alltäglichen Spielzeug gehörten, an einem Ort, der einen festen Platz in seiner Erinnerung hat. Ob er dadurch bereits musikalisch geprägt wurde? Niggli, vorsichtig gegenüber vorschnellen, simplifizierenden Erklärungen, schwankt zwischen Zweifel und Zustimmung. Eine eindeutige Antwort auf diese Frage vermeidet er bis heute.
Der Rudelführer
Wer die Heimat nicht außerhalb findet, der muss sie in sich suchen. Ein altkluger Satz, den so oder ähnlich sicher schon viele buddhistische Weise formuliert haben. Wichtig ist: Lucas Niggli hat ihn in die Tat umgesetzt, indem er daran gegangen ist, sich sein musikalisches Zuhause selbst zu erschaffen. Nach „zehn Jahren des Herumirrens“ (Niggli), nach Jahren als Sideman in unzähligen Bands, in denen auch der „Kieloor Entartet“-Nachfolger, das 1996 den Anker einholende „Steamboat Switzerland“ mit Dominik Blum und Marino Pliakas, Nigglis polystilistische Ausdrucksbedürfnisse nicht vollständig abdecken konnte. Niggli: „Ich habe mich oft gefragt: Wo steht mir denn eigentlich der Kopf? Wo ist denn die Heimat oder meine Sprache? Genau aus diesem Grund habe ich dann auch ‚Zoom’ gegründet, meine erste Formation, in der ich versucht habe, eben all diese verschiedenen Einflüsse, Erfahrungen, Wünsche und Visionen durch einen Trichter zu schicken und in meinen eigenen Kompositionen zu fokussieren.“
Die Initiierung von „Zoom“, des basslosen Trios mit Posaunist Nils Wogram und Gitarrist Philipp Schaufelberger, bedeutet anno 1999 eine wichtige Zäsur in Lucas Nigglis Werdegang: „Spawn of Speed“ heißt das erste CD-Dokument der Combo, in dessen Rahmen der Schlagzeuger nun seine hybriden musikalischen Interessen zwischen „Superblues“, auf dodekaphonen Allintervallreihen basierenden Kompositionen und vertrackten „odd meters“ lustvoll auslebt. Musik, die spätestens mit dem zweiten, 2002 in Saalfelden, Schaffhausen und Zürich live aufgenommen Album „Rough Ride“, am Punkt ist, so wie wir sie heute von Lucas Niggli kennen: Eine Vielfalt an Klängen wird da in den Raum geworfen, vielfärbig, plastisch, unkalkulierbar, frei und doch immer strukturiert, als Teil eines großen Bogens empfunden. Musik, in der sich Präzision und Vielschichtigkeit mit Anflügen einer musikantischen Grundhaltung paaren, die selbst in abstrakten Geräuschpassagen immer für sinnliche Erdung sorgt, gleichsam subkutan Puls und Linie spüren lässt. Man könnte sagen: Hier hat einer die Verbindung zur Straße nicht verloren.
Der Geschmack der Freiheit
Wer indessen den roten Faden gefunden hat, der kann ihn umso lustvoller wieder aufdröseln: „Celebrating Diversity“ benannte Niggli das zweite, 2006 veröffentlichte Album des großen Band-Bruders, des um Klarinettist Claudio Puntin und Bassist Peter Herbert aufgestockten Quintetts „Big Zoom“. Ein Titel als Programm, als Signum einer wieder gewonnenen, da nun als Errungenschaft, als positives Spezifikum akzeptierten Freiheit: „Irgendwann habe ich gemerkt, das ist so toll, das ist so bereichernd, ich würde das nie hergeben, diese Offenheit“, so Lucas Niggli, der heute umso unbekümmerter Kontakte in alle Richtungen knüpft: zu afrikanischen Musikern im Quartett „Beat Bag Bohemia“, zur aus Shanghai stammenden Guzheng-Spielerin Xu Fengxia, aber auch zu InterpretInnen zeitgenössischer Musik, etwa in Gestalt des Baseler „Arte Quartetts“. Und ebenso zu breitenwirksamen KollegInnen wie Erika Stucky, die in dogmatischen Kreisen der avancierten Improvisationsmusik mitunter als besonders verdächtig gelten.
Lucas Nigglis Offenheit stützt sich indessen auch auf ein konsequent gesponnenes Netz an Beziehungen und Partnerschaften. Ja, in Niggli, dem musikalischen Nomaden, schlummert eine treue Seele – weniger aus romantischen, denn aus konzeptuellen Überlegungen: Wer Musik als Prozess des kontinuierlichen Wachstums, der fortlaufenden Verdichtung und Präzisierung der musikalischen Interaktion versteht, und wer diese dennoch überraschungsreich, klischeefrei halten will, der muss sich mit anderen Charakterköpfen langfristig auf gemeinsame Arbeit einschwingen, der muss den Working-Band-Gedanken hochhalten.
Im Mittelpunkt des Beziehungsnetzes steht Niggli selbst, der als seine musikalische Heimat, als sein „Wohnzimmer“, heute nicht ein bestimmtes Stil-Feld, sondern vielmehr eine Tätigkeit angibt: das Schlagzeugspiel an sich. Und also dreht sich heute nicht mehr Lucas Niggli suchend um einen imaginären Mittelpunkt namens Identität, die Welt selbst hat begonnen, sich um Lucas Niggli zu drehen. Um einen Straßenköter, der immer noch einmal hier, einmal dort auftaucht. Der neugierig geblieben ist, der stets von Neuem Witterung aufnimmt. Und der – so scheint’s – zufrieden ist in der Gewissheit, dass ihn genau das ausmacht.
Andreas Felber lebt als freier Musikjournalist (Der Standard, Ö1) in Wien.
Dieser Text erschien im Programmheft JAZZTAGE BLUDENZ 2011.
LUCAS NIGGLI. A PORTRAIT IN MUSIC.
Lucas Niggli
Ein Leben zwischen Klang, Rhythmus und künstlerischer Neugier
Der Schweizer Schlagzeuger, Perkussionist, Komponist und Improvisator Lucas Niggli (1968) zählt seit mehr als drei Jahrzehnten zu den prägenden Persönlichkeiten der europäischen Musikszene. Kaum ein anderer Musiker bewegt sich mit vergleichbarer Selbstverständlichkeit zwischen improvisierter Musik, zeitgenössischer Komposition, Jazz, Rock, Musiktheater und Performance. Seine Arbeit entzieht sich konsequent stilistischen Grenzen und verbindet Virtuosität mit klanglicher Neugier, Präzision mit Spontaneität und kompositorisches Denken mit der Freiheit des Augenblicks.
Ob als Solist, Bandleader, Komponist oder musikalischer Partner – Lucas Niggli versteht Musik als lebendigen Prozess der Begegnung. Rhythmus ist für ihn weit mehr als Takt oder Puls: Er ist Sprache, Erzählung und Experiment zugleich. Seit den späten 1980er-Jahren hat er sich mit dieser Haltung eine unverwechselbare künstlerische Handschrift erarbeitet, die ihn zu einem der gefragtesten Schlagzeuger Europas machte.
Seine Konzertreisen führten ihn auf alle Kontinente – von Europa über Nordamerika bis nach Afrika und Asien – und zu den bedeutendsten Festivals für Jazz und zeitgenössische Musik. Er gastierte unter anderem bei den Donaueschinger Musiktagen, der MaerzMusik Berlin, dem Ultima Festival Oslo, dem Huddersfield Contemporary Music Festival, dem Lucerne Festival, den Festivals von Moers, Willisau, Saalfelden, Vancouver oder Kapstadt und arbeitete mit zahlreichen Orchestern, Ensembles und Künstlerpersönlichkeiten unterschiedlichster Sparten zusammen.
Schon früh zeigte sich Nigglis Interesse daran, musikalische Grenzen zu überschreiten. Zwischen 1987 und 1995 war er Mitbegründer und Motor der experimentellen Formation Kieloor Entartet, einer Band, die sich zwischen Jazz, Performance und improvisierter Musik bewegte und früh internationale Aufmerksamkeit erregte. Drei Alben, Konzertreisen durch Europa und die Gründung der außergewöhnlichen Großformationen ENAO 91 und ENAO 93 mit mehr als zwanzig Musikerinnen und Musikern dokumentierten bereits jene Offenheit, die seine spätere Laufbahn prägen sollte. Kooperationen mit Künstlern wie dem Schriftsteller Peter Weber oder der Sängerin Sainkho Namtchylak machten deutlich, dass musikalische Kategorien für ihn nie im Vordergrund standen.
Parallel engagierte sich Lucas Niggli früh für die unabhängige Musikszene. Von 1995 bis 1999 leitete er das Schweizer Label UNIT Records, war Gründungs-Präsident des Schweizer Musik Syndikats (SMS) (Vorgänger von SONART) sowie mehrere Jahre Vorstandsmitglied der Werkstatt für Improvisierte Musik Zürich (WIM). Und bis heute ist er im Vorstand des renommierten Musikverlages INTAKT RECORDS. Diese Tätigkeiten waren und sind Ausdruck eines künstlerischen Selbstverständnisses, das Musik nicht nur als persönliche Ausdrucksform, sondern auch als kulturellen Dialog begreift.
STEAMBOAT SWITZERLAND – Drei Jahrzehnte musikalischer Grenzüberschreitung
Ein Meilenstein seiner Laufbahn war 1995 die Gründung von STEAMBOAT SWITZERLAND gemeinsam mit Dominik Blum und Marino Pliakas. Was zunächst als freundschaftliches Kollektiv begann, entwickelte sich das Trio zu einem der eigenständigsten und kompromisslosesten Ensembles der europäischen Musiklandschaft. Über drei Jahrzehnte hinweg entstand eine unverwechselbare Klangsprache, die Elemente von Avant-Rock, freier Improvisation, Neuer Musik und experimenteller Elektronik miteinander verbindet.
Mit über zweihundert Konzerten sowie zahlreichen CD- und Vinylproduktionen wurde STEAMBOAT SWITZERLAND zu einem festen Bestandteil der internationalen Festivallandschaft. Das Trio gastierte sowohl bei den wichtigsten Festivals für zeitgenössische Musik als auch in Jazzclubs, Rockspielstätten und Kunsthäusern. Tourneen führten die Band durch ganz Europa sowie nach Nordamerika, Russland, China und Afrika.
Besonders bemerkenswert ist die kontinuierliche Zusammenarbeit mit Komponisten und Künstlern außerhalb des klassischen Konzertbetriebs. STEAMBOAT SWITZERLAND entwickelte sich zunehmend zu einem Solistenensemble für großformatige Musiktheater- und Opernproduktionen.
So wirkte das Trio als Solistenensemble in Michael Wertmüllers Oper Diodati. Unendlich an der Oper Basel sowie in seiner Musiktheaterproduktion Echo 72 in Hannover mit. Im Rahmen der Ruhrtriennale war STEAMBOAT SWITZERLAND außerdem Teil der Produktion D•I•E, in der Musik, Theater und bildende Kunst in außergewöhnlicher Weise miteinander verschmolzen. Die enge Zusammenarbeit mit dem Maler Albert Oehlen, dessen bildnerisches Werk die Produktion prägte, führte später auch zu gemeinsamen Projekten im Umfeld seiner Ausstellungen in der Gagosian Gallery.
2026 war das Trio darüber hinaus als Solistenensemble in der gefeierten Neuinszenierung von Frank Zappas monumentalem Musiktheaterwerk 200 Motels in Genf zu erleben – ein Projekt, das exemplarisch für die Offenheit und stilistische Unabhängigkeit der Band steht.
Bis heute bleibt STEAMBOAT SWITZERLAND eines jener seltenen Ensembles, das sich jeder stilistischen Einordnung entzieht und dennoch über Jahrzehnte hinweg eine unverwechselbare musikalische Identität bewahrt hat.
Eigene Ensembles – Musik als Laboratorium
Während STEAMBOAT SWITZERLAND den experimentellen Rock und die Neue Musik erforschte, entwickelte Lucas Niggli parallel eine Reihe eigener Ensembles, in denen Improvisation, Komposition und Jazz in immer neuen Konstellationen aufeinandertrafen.
1999 gründete er das Trio ZOOM mit Nils Wogram und Philipp Schaufelberger. Aus dem Trio entstanden später verschiedene Quintettbesetzungen mit Claudio Puntin, Peter Herbert, Anne La Berge und Barry Guy. Über nahezu zwei Jahrzehnte entwickelte sich ZOOM zu einem der wichtigsten Projekte Nigglis. Sieben Alben, veröffentlicht bei Intakt Records, sowie Einladungen zu internationalen Festivals machten die Formation zu einem festen Bestandteil der europäischen Improvisationsszene.
Parallel entstanden zahlreiche weitere Projekte, die bis heute sein musikalisches Spektrum erweitern: das Trio mit Jacques Demierre und Barry Guy, das legendäre Hexentrio mit Paul Plimley und Barry Guy, das international besetzte Schlagzeugquartett Beat Bag Bohemia, das Duo Black Lotos mit der chinesischen Guzheng-Virtuosin Xu Fengxia, das Drum-Duo mit Peter Conradin Zumthor sowie das europäische Trio Biondini – Godard – Niggli (drei Produktionen für INTAKT Records)
In den vergangenen Jahren kamen weitere langfristige Formationen hinzu, darunter KALO YELE mit Aly Keïta und Jan Galega Brönnimann, das Duo mit Charlotte Hug, Projekte mit Matthias Loibner sowie die intensive Zusammenarbeit mit Andreas Schaerer – sowohl im Duo als auch im Quartett A Novel of Anomaly ( zwei Produktionen für ACT)
Komponist, Solist und Grenzgänger zwischen den Künsten
Neben seinen zahlreichen Ensembles hat Lucas Niggli früh begonnen, seine musikalische Sprache auch als Komponist und Solist eigenständig zu entwickeln. Dabei steht nicht das Schlagzeug im klassischen Sinn im Vordergrund, sondern ein erweitertes Verständnis von Klang: Perkussion als Orchester, als Raum, als körperlich erfahrbare Struktur von Zeit.
Ein zentrales Werk in diesem Zusammenhang ist sein vielbeachtetes Soloalbum ALCHEMIA GARDEN (2018), das seine individuelle Klangwelt in konzentrierter Form dokumentiert. Hier entfaltet sich eine Musik, die gleichermaßen archaisch wie futuristisch wirkt – geprägt von einem hochsensiblen Umgang mit Rhythmus, Stille, Resonanz und Materialität. Internationale Presse und Publikum reagierten auf dieses Werk als eine Art Verdichtung seiner gesamten künstlerischen Erfahrung.
Eine besondere Erweiterung seiner Soloarbeit entstand im Kontext der bildenden Kunst: Für die Bechtler Stiftung in Uster entwickelte Lucas Niggli eine neue Interpretation von Walter De Marias legendärem Konzept “Drums & Nature”. In diesem Rahmen führte er die historischen Solowerke “Ocean Music” und “Cricket Music” aus den 1960er-Jahren auf – Arbeiten, die ursprünglich für eine extreme Reduktion von Klang, Zeit und Wahrnehmung konzipiert wurden. In Nigglis Interpretation wurden diese Werke zu einer eindringlichen Reflexion über Natur, Rhythmus und musikalische Präsenz im Raum.
Diese Verbindung von Musik und bildender Kunst zieht sich konsequent durch seine künstlerische Laufbahn. Die Zusammenarbeit mit dem Künstler Albert Oehlen im Umfeld der Ruhrtriennale-Produktion D•I•E sowie in Projekten rund um seine Ausstellungen bei der Gagosian Gallery zeigt, wie selbstverständlich sich Nigglis Arbeit in interdisziplinäre Kontexte erweitert. Musik wird hier nicht als Begleitung von Kunst verstanden, sondern als gleichwertiger Bestandteil eines erweiterten künstlerischen Denkraums. So auch in der Zusammenarbeit mit dem Filmemacher Peter Mettler oder der Bildenden Künstlerin Karoline Schreiber.
Ein weiterer zentraler Höhepunkt seines kompositorischen Schaffens ist das großformatige Werk SHLIMAZL von Michael Wertmüller, das Lucas Niggli als Solist gewidmet wurde. Das Werk wurde im Rahmen der Ruhrtriennale in einer Zusammenarbeit von Basel Sinfonietta, NDR Bigband uraufgeführt. Niggli steht hier im Zentrum eines energetischen Spannungsfeldes zwischen orchestraler Struktur, improvisatorischer Freiheit und extremer rhythmischer Verdichtung. SHLIMAZL markiert einen wichtigen Punkt in seinem Œuvre, da es seine Rolle als Solist in der zeitgenössischen Musik auf eindrucksvolle Weise verdichtet.
Auch im Musiktheater und in der Oper ist Lucas Niggli regelmäßig präsent. Gemeinsam mit STEAMBOAT SWITZERLAND war er Solist in Michael Wertmüllers Oper Diodati. Unendlich an der Oper Basel sowie in der Musiktheaterproduktion Echo 72 in Hannover (2025). In beiden Arbeiten tritt das Ensemble nicht als Begleitgruppe auf, sondern als eigenständiger klanglicher Organismus innerhalb der szenischen Struktur.
Darüber hinaus war er an bedeutenden Produktionen der zeitgenössischen Oper beteiligt, darunter als Solist in Olga Neuwirths Orlando an der Wiener Staatsoper sowie in Monster’s Paradise an der Staatsoper Hamburg und am Opernhaus Zürich. Mit Olga Neuwirth verbindet ihn versch. Aufführungen als Solist in ihren Werken, neben den beiden Opern wo sie die Stimme Lucas auf den Leib geschrieben hat , spielte er auch im fast 10-stündigen Stück «CoronAtion IV» für Wien Modern und «Eleonore» für Lucerne Festival.
Die Zusammenarbeit mit Regisseuren wie Herbert Fritsch am Schauspielhaus Hamburg zeigt zusätzlich seine Offenheit für performative und theatralische Formate jenseits des Konzertbetriebs.
Musikalische Weggefährten und künstlerische Netzwerke
Ein wesentlicher Bestandteil von Lucas Nigglis künstlerischer Entwicklung ist die kontinuierliche Zusammenarbeit mit Musikerinnen und Musikern aus unterschiedlichsten Szenen und Kontinenten. Über Jahrzehnte hinweg entstand ein internationales Netzwerk, das Jazz, Improvisation, Neue Musik, Rock und experimentelle Performance miteinander verbindet.
Zu seinen wichtigsten musikalischen Partnern zählen unter anderem Barry Guy, Pierre Favre, Fred Frith, John Cale, Tim Berne, Joey Baron, Elliott Sharp, Andrew Cyrille, Michel Doneda, Michel Wintsch, Hans Koch, Urs Leimgruber, Sylvie Courvoisier, Jacques Demierre, Susanne Abbuehl, Erika Stucky, Wu Wei, Xu Fengxia, Aly Keïta, Kalle Kalima, Maya Homburger, Robyn Schulkowsky, Phil Minton, Melvin Gibbs, Flea, Corinna Harfouch sowie viele weitere Künstlerpersönlichkeiten aus Musik, Theater und bildender Kunst.
Diese Zusammenarbeit ist kein Nebenprodukt seiner Karriere, sondern ihr eigentliches Zentrum: Musik entsteht für Lucas Niggli immer im Dialog – als Form des Hörens, Reagierens und gemeinsamen Denkens.
Lehre, Kuration und künstlerische Vermittlung
Neben seiner künstlerischen Tätigkeit ist Lucas Niggli seit vielen Jahren in der Vermittlung zeitgenössischer Musik aktiv. Er unterrichtet als Dozent für Improvisation an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) und leitet internationale Workshops zu Percussion, freier Improvisation und Ensemblearbeit.
Darüber hinaus kuratierte er mehrere Festivals und Konzertreihen, darunter das Festival TAKTLOS Zürich (2018). Seit 2002 ist er zudem Initiator und Organisator der Konzertreihe PAM – Platz für Andere Musik in Uster/Zürich, die sich als Plattform für experimentelle und improvisierte Musik etabliert hat.
Diese Aktivitäten spiegeln ein Verständnis von Musik wider, das über die eigene künstlerische Praxis hinausgeht: als kulturelle Arbeit, die Räume für Begegnung, Austausch und neue Formen des Hörens schafft.
Auszeichnungen
Für sein künstlerisches Schaffen erhielt Lucas Niggli zahlreiche Auszeichnungen und Förderungen, darunter den Kunstpreis der Stadt Uster, mehrere Werkjahre der Stadt Zürich sowie den Schweizer Musikpreis mit STEAMBOAT SWITZERLAND. Diese Anerkennungen würdigen nicht nur einzelne Projekte, sondern ein kontinuierliches künstlerisches Wirken über Jahrzehnte hinweg.
Pressestimmen
„Es ist von einer geradezu bestürzenden Vielfalt und Musikalität, listig gedacht und organisch gewachsen.“
Peter Rüedi, Weltwoche
„Er schafft geheimnisvolle fernöstliche Atmosphären und verwandelt sie im Hand- und Fußumdrehen in hypnotisierenden Voodoozauber.“ ★★★★★
Steff Rohrbach, Jazz'N'More
„Da hat einer zehn grüne Finger – nicht nur einen grünen Daumen.“
Rigoberto Dittmann, Bad Alchemy
„Ein Schlagzeuger, gesegnet mit perkussiver Intuition und Verstand, mit Virtuosität und Umsicht.“
Laurence Donohue-Greene, New York City Jazz Record
„Niggli beschert uns das Paradies an der Perkussion.“
Christoph Merki, Tages-Anzeiger
„Mittels Ketten, Bassbogen und diversen Schlagstöcken sorgte Lucas Niggli immer wieder für überraschende Rhythmus- und Klangwechsel und hinterließ nach dem Konzert ein vollends begeistertes Publikum.“
Anzeiger von Uster
„Lucas Niggli is what you might call a drummers’ drummer—his mastery of his instrument takes him well beyond its conventional boundaries, opening up new sounds through tireless experimentation, invention, and refinement.“
Eric McDowell, Free Jazz Collective
Ausblick
Lucas Nigglis Werk steht exemplarisch für eine europäische Musikpraxis, die sich nicht über Stilgrenzen definiert, sondern über Haltung: über Offenheit, Risikobereitschaft und die Suche nach immer neuen Formen des musikalischen Denkens. Seine Arbeit verbindet Improvisation und Komposition, Bühne und Raum, Klang und Bild – und entwickelt daraus eine eigene künstlerische Sprache, die sich jeder eindeutigen Kategorisierung entzieht und gerade darin ihre Kraft entfaltet.
(Juli2026)
Diskografie
BIONDINI GODARD NIGGLI // FABLES OF TIME // Intakt Records 2026
SHLIMAZL von Michael Wertmüller //
Basel Sinfonietta & NDR Bigband (with Lucas Niggli ) //Trost Records, 2025
Schaerer Biondini Kalima Niggli // Anthem for No Mans Land // ACT Records 2025
LUCAS NIGGLI SOUND OF SERENDIPITY TENTET PLAY! // Intakt Records 2024
Barry Guy Blue Shroud Band // All This This Here //Maya Recordings, 2023
Barry Guys LONDON JAZZ COMPOSERS ORCHESTRA plays HARMOS
HARMOS - KRAKÓW by Barry Guy with the London Jazz Composers Orchestra (Maya Recrodings 2023
Matthias Loibner Lucas Niggli STILL STORM //Matthias Loibner: Hurdy-Gurdy
Lucas Niggli: Drums, Percussion // Intakt Records 386/ 2022
London Jazz Composers Orchestra // Kraków 2020
celebrating 50th Anniversary of LJCO! A 6 CD BOX, from Alchemia Club and Manggha Hall in Krakow.
including a beautiful version of the legendary omposition HARMOS.
released on NotTwo Records. 2022
Hombuger Guy Niggli Trio // ACANTHIS, Maya Recordings MCD2201 ( 2021)
STEAMBOAT SWITZERLAND // Terrifiying Sunst // für die Ausstellung in LA / Gagosian von Albert Oehlen // Vinyl, Trost Records, 2022
Desiree Meiser / Lucas Niggli Duo : Frühlingsopfer // Gedichte und Prosa // Gertrud Leutenegger // Schweizer Fonogramm // 2021
STEAMBOAT SWITZERLAND EXTENDED // ORANGE SLICE (2000) by David Dramm
Keïta Brönnimann Niggli // KALAN TEBAN, Intakt Records, 2020
Lucas Niggli Solo // Alchemia Garden Intakt Records, 2018
Barry Guy and the Blue Shroud Band // Intensegrity (5 CD Box), NotTwo Recrods // 2018
Charlotte Hug Lucas Niggli Duo // Fulguratio // Sluchaj Records // 2018
A NOVEL OF ANOMALY ( Schaerer Biondini Kalima Niggli). // Act Records 2018
BEYOND // Jürg Wickihalder, Barry Guy, Lucas Niggli // Intakt Records, 2017
Barry Guy The Blue Shroud Band // Intakt Records, 2016
Barry Guy The Blue Shroud Band // Tensegrity ( 4CD Box!) // NotTwo Records, 2016
Keïta - Brönnimann – Niggli // KALO YELE Intakt Records , 2016
Large Ensemble, Hochschule Der Künste Bern / Michael Wertmüller / Lucas Niggli / Django Bates // Terrain!Terrain! Pull Up! Pull Up!, Neos Records, 2016
Le Miroir Du Temps // Michel Godard // A Serpents Dream // Intuition Records, 2015
Lorenz Raab Quartet // Impassioned // UNIT Records 2015
Schaerer Niggli Duo // Arcanum // Intakt Records . 2014
SCHAERER NIGGLI DUO // Try-Gly-Gly-Phe-Met // Jazzwerkstatt 2013
BIONDINI-GODARD-NIGGLI // MAVÌ // Intakt Records, 2013
SHARP - GIBBS – NIGGLI // Crossing The Waters // Intakt Records, 2013
STEAMBOAT SWITZERLAND // Zeitschrei // Trost Records, 2013
STEAMBOAT SWITZERLAND EXTENDED //Sederunt Principes // d.b. records 2013
Plimley – Guy – Niggli // „Hexentrio“ // Intakt Records, CD 206, 2012
Biondini – Godard – Niggli // „What is There What is Not“ //Intakt Records, CD 185, 2011
Lucas Niggli Drum Quartet // „Fellowship Of The rums“ a Film by Martin Fuchs.
Intakt Records, DVD, 2011
Lucas Niggli BIG ZOOM // „Polisation“ //Intakt Records, 2011
Lucas Niggli ZOOM meets ARTE Quartet // „ CRASH CRUISE“ // Intakt, 2007
Lucas Niggli BIG ZOOM // „ Celebrate Diversity” // Intakt Records, 2006
Lucas Niggli ZOOM Ensemble // SWEAT // Intakt Records CD 093. 2004
Lucas Niggli Big ZOOM // „Big Ball“ //Intakt Records, CD 083, 2003.
Lucas Niggli ZOOM // „Rough Ride“ // Intakt records, CD 082, 2003
Lucas Nigglis ZOOM // „Spawn Of Speed“ // Intakt records, CD 067, 2001
Xu Fengxia Lucas Niggli Duo // „ BLACK LOTOS“ //Intakt Records 2009
Lucas Niggli Drum Quartet //„BEAT BAG BOHEMIA“ // Intakt Records, 2008
Lucas Niggli – Peter Conradin Zumthor // „Spiegel“ // Edition Therme Vals, 2012
Lucas Niggli – Peter Conradin Zumthor // „PROFOS“ //Not Two Records, 2009
Lorenz Raab Quartet // Expanded // Unit Records, 2011
Felix Profos FORCEMAJEUR // Lingua Mortuorum // ZHdK Records, 2011
Demierrre-Guy-Niggli // „Brainforest“ // Intakt Records, CD 107, 2006
Steamboat Switzerland // Felix Profos // „Get Out Of My Room“, Grob, 2010
Steamboat Switzerland // „Zone2“ // Grob 2007
Steamboat Switzerland //„Werthmüller“ // Grob, 2005
Steamboat Switzerland // „unknown song“ // Grob, 7“, 2001
Steamboat Switzerlan // „ac/dB [hayden]“ //GROB 316, 2001
Steamboat Switzerland //„Budapest“ // GROB 315, 2001
Steamboat Switzerland // Live // UNIT Records, 1998
Lucas Niggli &Sylvie Courvoisier // „LAVIN“ // intakt records, 1999.
Barry Guy, London Jazz Composers Orchestra // „Radio Rondo“ // Intakt Records, 2009
Fred Frith, & Arte Quartet // „ Big Picture“// Intakt Records, 2009
Pierre Favre European Chamber Ensemble // intakt records, 2000
Pierre Favres Singing Drums // Souffles// intakt, 1997
Susanne Abbuehl // „Compass“ // ECM, 2006
Erika Stucky // „Suicidal Jodels“ // Traumton 2008
Erika Stucky // Princess // Traumton 2006
Roots of Communication and Erika Stucky // Wonderland // 2004
Border Meetings // „Pedretti-Grichting-Schütz-Niggli“ // Altri Suoni, 2000
Roots Of Communication // Al Valico dei Secoli // Esperia, 1998
Acoustic Stories Rahel Hadorn // Live At Moods //Red Note, 1997
Roots Of Communication // „Pro Helvetia“ // UNIT Records, 1996
Scholl-Erismann-Niggli-Frith-Koch-Kowald // „NIL“ //UNIT Records, 1996
Michael Gassmann Quartett // „Live“ // UNIT Records, 1993
Sainkho Namtchylak //„Letters“ // Leo Records, 1993
Hoffmann-Niggli-Percussion // „Drumscapes & Mute Songs“ // CW 1993
Kieloor Entartet // „The Red Light Fugue“ // UNIT Records 1995
Kieloor Entartet // „A Good Dog Has A Day...“ //UNIT Records 1992
Kieloor Entartet //„No More Beer“ // Ex Libris 1990
Plus Diverse Sampler.